As time goes bye

Zurück in Rulenge

Wie die Zeit vergeht. Es kommt mir so vor, als ob ich gerade aus meinem Urlaub zurück bin, doch ist schon wieder fast ein Monat vergangen. Ihr fragt Euch bestimmt, was in dieser Zeit passiert ist.

Back in Rulenge

As time goes bye. Feels like I just came back from holidays but there is already one month passed bye. You surly ask yourself what happend during that time.

Als erstes möchte ich Euch von der Veränderung der Natur erzählen. Rulenge war kaum wiederzuerkennen, noch bevor ich losfuhr, gab es zwar schon viel grün, jedoch kein Vergleich zu dem, was ich sah als ich aus dem Taxi stieg und zur Parish lief. Das Bild von Rulenge ist geprägt von Maisfeldern, d.h. überall wo es Platz gibt, wird Mais angepflanzt. Wo es Wiesen gibt sprießt das Gras nur so. Es ist wunderschön, die Landschaft so zu sehen, aber man sieht auch den Einfluss des Menschen. Es gibt so gut wie keine „ungenutzte“ Fläche. Entweder werden Kühe oder Schafe auf die in der Trockenzeit abgebrannten Wiesen geführt oder es werden Nutzpflanzen angebaut. Leider ist es hier immer noch gang und gebe, so viel Fläche wie Möglich in der Trockenzeit abzubrennen, ob das Gebiet gebraucht wird oder nicht und so kann man die natürliche Vegetation nur in den Nationalparks sehen.

Auch gab es einen ziemlichen Temperaturumschwung. Es wird jetzt ganz schön kalt hier, auch wenn Ihr im winterlichen Deutschland darüber wohl lachen würdet, erwartet man doch nicht unbedingt von Afrika, dass man öfters gerne mal den Fließpulli und die Regenjacke anzieht.

First I want to talk about the change of the nature. I almost didn’t recognized Rulenge, before I left it there was already a lot of green but not comparable to what I saw when I got out of the taxi and walked t the Parish. The landscape is dominated by maizefields, that means that everywhere where there is space they are planting maize. Where there are fields the gras is growing so much! It is wonderful to see the nature like that but you also see what the humans are doing to it. Actually there is no “unused” space, whether there are cattle like cows and goats on the areas which where burnt during dryseason or they grow corps on it. It is still very common to burn as much underwood as possible even though the area is not used. That is the reason why you can only see natural vegitation in the national parks.

There is also a change of the temperature and it s getting sometimes really cold, well not comparable to a winter in Germany but you don’t really think ofwearing a fleeze and a rainjacket in Africa.

Das Schulleben geht weiter seine Bahnen und nun werde ich wohl ab nächster Woche tatsächlich eine Schulvolleyballmannschaft trainieren (Vorausgesetzt es regnet nicht). Da ich nun immer mehr Leute in Rulenge kenne, ergeben sich auch immer öfter interessante Ausflüge in die Umgebung. Z.B. gibt es von der Caritas eine Organisation die sich CBR nennt und versucht Menschen mit Behinderungen, vor allem Epileptikern, zu helfen. Auf Einladung von Martin, dem „Fieldworker“, wie man in gut Neudeutsch sagen würde, durfte ich dann mit auf dem Motorrad in ein Dorf fahren. Dort ging es zunächst auf der normalen Straße los, doch die letzten 10 Minuten sind wir auf einem kleinen Trampelpfad mit unserem Vehikel dahingebraust. Angekommen wurde der neue Sozialarbeiter des Dorfes ernannt. Das Projekt funktioniert nämlich folgendermaßen: Um behinderten Menschen zu helfen, müssen diese erst einmal gefunden werden. Der Umgang mit Behinderungen ist hier noch sehr schwierig, viele meinen, dass wenn man ein Kind mit Behinderung hat, dass dieses wertlos ist, da es ja nicht arbeiten kann, oder auch von bösen Geistern befallen ist. Aufklärung wie man Behinderungen behandeln kann gibt es so gut wie keine. Und hier setzt das Programm an. In enger Zusammenarbeit mit den „Dorfoberhäuptern“ werden zunächst zwei Sozialarbeiter, aus dem Dorf, nach einem Test ausgewählt. Nach einer speziellen Schulung sollen diese in den Dörfern Menschen mit Behinderungen identifizieren, so dass Ihnen durch CBR geholfen werden kann. Es geht aber nicht nur um die einfache Identifizierung und Versorgung mit Medikamenten, die die Leute sich in den Dörfern nicht leisten könnten, oder ganz einfach der Weg bis zum Krankenhaus zu weit ist, sondern gerade um die Aufklärung und Information über Behinderungen. Mit richtiger Behandlung können viele Krankheiten geheilt oder so gut eingestellt werden, dass die betroffenen Personen ganz normal Arbeiten oder in die Schule gehen können. Dies eröffnet den Meisten eine völlig neue Perspektive.

Für mich hat das natürlich auch noch den tollen Nebeneffekt, dass ich die nähere Umgebung besser kennen lerne, mit den Menschen aus den Dörfern in Kontakt komme…und eine Runde Motorrad fahren darf 😉

The life in school goes on and I finally started to train a Volleyballteam at the school. As I know more and more people in Rulenge it occures to go for some nice “excursions” to the surroundings. For example there is a charity organisation CBR of the Caritas which tries to help peole with disabilities, especially ppl with epilepsie. Martin the “fieldworker” invited us to a visit of one of the villages they are working with. Going there by motorbike first on a normal gravel road but then really offroad. At the village the new social worker was announced. The project works like that: To help ppl with disabilities you first have to find them. If you are disabled in this country a lot of ppl still think that you are worthless because you can’t work anymore or they think they are captured by evil spirits.. They don’t know that if you use the right drugs and get treatment you can live almost just normal or at least can do a lot of things. Knowledge of that is very rare and that is where the project starts. First in close cooeration with the head of the village they choose two social workers of the village after a test. After a spcial training they should identify the ppl with disabilities so that the CBR can help them. But not only identification and treatment is the aim, they want to educate the ppl and give them information abot the topic. With this knowledge for a lot of them there are totally new chances for example go to school again or get a job.

There is also a very nice sideeffect: I get to see the surrondings and get into contact with the ppl…and drive the motorbike 😉

Und da ja am 5.2. mein Geburtstag ist, planen wir, zusammen mit unserem Doktor Lunemo, ein Schaf zu kaufen und dieses dann zu verspeisen! Bin gespannt ob das klappt und wies schmeckt!

On the 5th of Feb there was my birthday and we bought a very nice sheep which we later ate. It was a very nice and delicious!

Viele Grüße und genießt den vielen Schnee!!

Euer Rupert

Endlich mal wieder Bilder! Leider nicht alle, die ich Einfügen wollte.

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Published in: on Februar 4, 2011 at 5:10 am  Comments (2)  

MM vom 22.12.10

Hier ist wieder ein „neuer“ (noch von vor Weihnachten) Zeitungsartikel vom Münchner Merkur. Lest Ihn Euch durch, wie ich finde wieder einmal sehr gelungen! Leider konnte ich den Originalartikel nicht einfügen, somit habe ich jetzt einfach den Text hinein kopiert. Wer also die Artikel gemütlich lesen will, muss sich den Merkur kaufen 😉

Im übrigen denke ich, dass es dort auch bald wieder einen neuen Artikel gibt…

 

Im Dalla Dalla über Schotterpisten
Auszeit vom Schul-Unterricht: Rupert Reithmeier tingelt mit dem Rucksack durch Tansania

Mitte August ist Rupert
Reithmeier aus Planegg
nach Ostafrika aufgebrochen.
Wie berichtet, verbringt
er zwölf Monate in
Rulenge, wo er an einer diözesanen
Sekundarschule
arbeitet. In unregelmäßigen
Abständen berichtet der
28-Jährige von seinem Alltag
fernab von Verkehrslärm
und Industrieanlagen.
Planegg/Rulenge – Inzwischen
haben die großen Ferien
begonnen, und ich kann
die freie Zeit für eine ausgiebige
Tansania-Erkundungsreise
nutzen und Erlebnisse
verarbeiten. Vor allem in der
Schule hat sich einiges getan:
Ich habe angefangen, Mathe-
Unterricht zu geben. Das war
sehr aufregend für mich, da
ich kein ausgebildeter Lehrer
bin und auf einmal alleine vor
ungefähr 50 Schülern stehe
und versuche, ihnen Algebra
beizubringen. Spaß hat es gemacht.
Nur leider merkt man
auch, dass die Schüler einen
anstrengenden Schultag haben.
Sie stehen um circa
5 Uhr auf, gehen zum Morgengottesdienst,
danach gibt
es Frühstück. Um 7 Uhr beginnt
die erste Stunde, und
mit zwei Pausen ist bis 14 Uhr
Unterricht. Dann gibt es Mittagessen
und es folgt Manualwork,
bei der die Schüler das
Schulgebäude sauber machen.
Bis um 22 Uhr ist Programm:
Sport, Abendessen
und Nightstudies. Da ist es
nicht verwunderlich, wenn
die Schüler während des Unterrichts
nicht immer ganz
wach sind.
Schwierig ist auch die Sprache.
Englisch wird in Tansania
ganz anders gesprochen als in
Deutschland. Gerade Erstklässler
der Secondary School
tun sich besonders schwer, da
sie bis dahin in der Primary
School nur auf Kiswahili unterrichtet
worden sind.
Außerdem konnte ich ein
weiteres Projekt in der Umgebung
von Rulenge besuchen,
das ein Bruder der Ordensgemeinschaft
der Kleinen Brüder Jesu leitet. Ein Mann mit
vielen Ideen und viel Energie.
Er versucht, zusammen mit
den Dorfbewohnern zu arbeiten.
Dabei zeigt er ihnen
Möglichkeiten, wie man die
Arbeit verbessern kann. Faszinierend,
wie er mit den
Menschen arbeitet – und dadurch
Vieles bewirken kann.
Dies ist nicht sein einziges
Projekt: Er ist auch dabei, eine
Primary School aufzubauen,
da es in der näheren Umgebung
keine gibt und viele
Kinder gerade in der Regenzeit
nicht den weiten Weg zur
Schule auf sich nehmen würden.
Es stehen schon drei
Klassenzimmer, das Ziel sind
sieben – für jede Jahrgangsstufe
eines. Das eigentliche
Steckenpferd dieses Ordensbruders
ist die Jatrophapflanze.
Aus ihr lässt sich Öl gewinnen,
das als Biodiesel zur
Betreibung von zum Beispiel
Motoren für Mühlen benutzt
werden kann. Man stellt daraus
auch Seifen her, mit denen
Schimmel auf der Haut
bekämpft werden kann.
Nachdem die Schulferien
begonnen haben, bin ich unterwegs
durch Tansania. Bei
der Reise erlebt man so einiges.
Mit gepacktem Rucksack
ging es los. Per Bus von Rulenge
nach Kigoma, das am
Tanganjikasee, einem der
tiefsten Seen Afrikas, liegt. Da
der Westen Tansanias strukturell
schwächer ist als etwa
der Norden sind hier die Straßen
in einem nicht ganz so
guten Zustand. Rund 500 Kilometer
ging es über Schotterpisten,
zuerst im Dalla Dalla
(ein Minibus, in den so viele
Leute wie möglich reingequetscht
werden) und danach
auf Stehplätzen in einem Reisebus.
Leider bin ich bei dieser
ersten Etappe meiner Reise
mit einer negativen Auswirkung
der Armut in diesem
Land konfrontiert worden:
Meine Kamera und meine
Wanderschuhe wurden geklaut!
Ich war wohl etwas unvorsichtig.
Jetzt kann ich keine
aktuellen Bilder mehr
schicken.

Die wunderbare Landschaft
und der See in Kigoma
haben mich für dieses Malheur
entschädigt. Durch Zufall
gelangte ich an einen
Campingplatz mit Traumstrand.
Völlig alleine konnte
ich Affen beobachten und unter afrikanischem Sternenhimmel
ein nächtliches Bad
im See nehmen.
Auf der Reise treffe ich immer wieder andere Freiwillige
aus Deutschland, mit denen
ich mich über Erfahrungen
und Erlebnisse austausche. Je
nach Einsatzstelle sammelt
jeder unterschiedliche Erfahrungen.
Ins Gespräch komme
ich auch mit Afrikanern, die
mir zum Teil auch auf meiner
Reise weiterhelfen – zum Beispiel
als ich per Anhalter in
einem Truck mitgefahren bin.
Der ist stecken geblieben. Die
Straßenverhältnisse sind ja
ganz anders als in Deutschland.
Bei Ausbesserungsmaßnahmen
wird das neue Straßenmaterial
mitten auf der
Straße abgeladen und man
muss im Sand weiterfahren.
Nach unserer Panne haben
mir Afrikaner wie selbstverständlich
bei der Unterkunftssuche
geholfen. Am
nächsten Tag bin ich von
Grunzgeräuschen aufgewacht.
Sie stammten von Nilpferden,
die im angrenzenden
Fluss schliefen. Das ist Afrika.
Man weiß nie, was einem im
nächsten Moment passiert.
Derzeit bin ich in Mbinga
unterwegs und kann mich bei
Freunden ein wenig ausruhen.
Das ist notwendig: Kürzlich
habe bei einer Einladung
eines Afrikanischen Arztes
Leitungswasser getrunken,
was mein europäischer Magen
nicht vertragen hat.
Mein Fazit dieser Reise bis
jetzt: Ein unglaublich schönes
Land, das vielleicht gerade
durch seine Armut und Landschaften,
die noch nicht vom
Tourismus überrannt werden,
seinen Reiz besitzt. Schon oft
bin ich auf positive Weise von
der Natur dieses Landes überrascht
worden – und ich bin
gespannt, welche Überraschungen
noch folgen.
Spendenkonto
Etliche Unterstützer haben an
das Weltwärtsprojekt, für das
sich Rupert Reithmeier engagiert,
gespendet. Wer einen
Beitrag leisten möchte: Kto
2149516, BLZ 750 90 300 bei
der Bank Liga München, Verwendung:
Rupert Reithmeier,
Weltfreiwilligendienst.

 

Interview:

Zahlreiche Menschen in Afrika
sind Muslime, doch auch
auf dem schwarzen Kontinent
gibt es Länder, in denen
Christen leben und auch
Weihnachten feiern. Welche
Bräuche in Tansania üblich
sind – das wird Rupert Reithmeier
heuer zum ersten Mal
erleben. – Welcher Religion gehören
die Einwohner an?
Etwa die Hälfte ist christlich,
die andere muslimisch. – Was ist typisch für die
Weihnachtszeit?
Von Weihnachtsstimmung
merkt man gar nichts. So etwas wie eine Adventszeit
und dazugehörige Märkte
gibt es in Tansania nicht. Das
eigentliche Weihnachtsfest
fällt auf den 25. Dezember.
Da feiern die Christen angeblich
ähnlich wie in Deutschland
– zum Beispiel mit Christbaum in der Kirche. Die
Leute gehen traditionell in
die Christmette, die Kinder
glauben an das Christkind. – Gibt es Geschenke?
Ja, die gibt es. Sie werden am
25. Dezember überreicht.
Aber da das Land recht arm
ist, fällt das Schenken nicht
so üppig wie bei uns aus. – Welche Witterung begleitet
die Weihnachtszeit?
Schnee gibt es natürlich
nicht. Gerade herrscht Regenzeit
und es ist kühler geworden.
Interview: Corinna Erhard

Published in: on Februar 4, 2011 at 4:44 am  Schreibe einen Kommentar