1,2, Polizei…

Hallo liebe Blogleser,

Hello my friends,

um noch mehr über das Leben in Rulenge zu erfahren, habe ich mir am Samstag, dem Markttag mein Fahrrad klauen lassen…

to get to know more about the life of Rulenge I let steel my bycicle on a Saturday, the marketday…

Alles begann ganz harmlos, ich fuhr wie jeden Samstag mit dem Fahrrad zum Markt um Fleisch beim Metzger zu kaufen. Das sieht ein wenig anders aus, als bei uns in Deutschland: Für das Schweinefleisch gibt es einen extra Bereich, der unterhalb des Marktes gelegen ist. Das sind ein paar kleine Lehmhütten vor denen die Metzger arbeiten. Das Fleisch total hygienisch in Eimern aufbewahrt und wenn man etwas will wird das ganze Bein genommen und mit einer Machete das gewünschte Stück Fleisch raus geschnitten. Es dauerte ein wenig, bis ich mich richtig verständigen konnte, doch inzwischen zerhackt mein Metzger das Fleisch nicht mehr und ich bekomme immer sehr gute Stücke.

It began all very unspectacular, I went with the bike to the market where I first bought some meat at the butcher. This looks a little bit diffrent from what we are used at home: For pork meat there is a special area down of the normal market. They have their shops in small huts, in front of them the bucher is working. The meat is in buckets and if you want to buy some, he takes the whole leg and cuts the peace of meat out you want. It took me some time to explain him, what I want, but after a while he stopped hacking the meat and cuts me out nice peaces!

Danach ging ich weiter zum Gemüse- und Obsteinkauf. Dort hab ich das Fahrrad abgestellt, wie immer ohne abzusperren, da ich mir dachte, es ist ja schon recht auffällig, wenn jemand anderes das Fahrrad des Mzungu nehmen würde. Also, Zwiebeln, Tomten, Paprika, Guave, Karotten eingekauft und zurück zum Fahrrad, doch was ist da los, es ist einfach nicht mehr da…

After that I went on to buy some vegetables and fruits. I parked my bycile close to the onions stand. I didn’t lock it because I thought noone can steel the bike of the mzungu, this would be to obvious. So I went to buy, opnions, tomatos, paprika, guave, carots, went back to the place I parked the bike, and… it was gone…

Und jetzt geht die Geschichte erst richtig los: Zum Glück war der Manager der Fußballmannschaft und Grundschulrektor auch auf dem Markt, dem erzählte ich, dass mein Fahrrad verschwunden war. Da er mich sehr gut kennt, hat er mir sofort geholfen, das Fahrrad zu suchen, aber als erstes wurden alle möglichen Leute in der Umgebung per Handy verständigt, dass mein Gefährt gestohlen wurde. Innerhalb von einer halben Stunde wusste ganz Rulenge und die Umgebung von dem Ereignis.

And now the story just begins: I was lucky and the manger of the footballteam and head of the primary school was around whom I could tell what happened. As he knows me very well he helped me immediately. First calling so many people from Rulenge and the surroundings, so after half an hour everyone knew, the bike of me was stolen.

Nachdem wir keinen Erfolg auf der Suche hatten, beschloss ich mit Martin zur Polizei zu gehen und eine Anzeige aufzugeben. Das war mein erster Besuch bei der Polizei und war erstaunt wie ähnlich zu Deutschland die Prozedur ablief. Personalien wurden aufgenommen, der Tatvorgang festgehalten und dann wurde mir gesagt, sobald sie etwas wüssten, würden sie mir Bescheid geben. Einziger Unterschied war, dass nicht mit dem 2 Fingersuchsystem auf der Schreibmaschine alles aufgeschrieben wurde, sondern ganz einfach mit dem Kugelschreiber auf ein Blatt Papier.

As we couldn’t find it on the market Martin and I decided to go to the police to report the incident. This was my first visit at the policestation and I was surprised how similar the procedere was to the one of the german police. The took my details, I reported what happened and then they told me they would call me as soon as they know more. Only difference was that they didn’t wrote it down with the two finger searching system on a writing machine, they used paper and pen…

Da ich mich eigentlich schon damit abgefunden hatte, dass ich das Fahrrad nie wieder sehen würde, dachte ich mir, kann ich mir genauso gut das eben gekaufte Essen zubereiten und genießen. Also schnelle ein paar Schnitzel gezaubert und ab in den Magen. Der Tag verlief dann wie jeder normale Samstag, viel Buch lesen, und den Tag genießen, doch um 16.30 Uhr, als ich mich eigentlich schon auf den Weg zum fast täglichen Sport machen wollte, kommt ein Anruf von dem Grundschullehrer, dass das Fahrrad gefunden wurde. Damit hatte ich nicht gerechnet und schon gar nicht in so kurzer Zeit. Noch ein wenig ungläubig traf ich mich wieder am Markt. Da das Fahrrad schon eine gutes Stück Reise hinter sich hatte musste noch der Transport organisiert werden, aber zum Glück bot Father Denis an, uns mit seinem Auto hinzufahren und Martin sollte das Fahrrad auf dem Motorrad dann mitnehmen.

I already thought i will never get back my bike so I diceded to go home and cook the food I just bought. So made some Schnitzel and down into my stomach. The saturday went on as normal, much reding and enjoying the day. But at 4.30 p.m. when I alredy wanted to leave for the normal sports I received a call from the primary school teacher that they found the bike. I was really surprised they found it and in such a short time! I went back to he market still wondering if it was true. The bike had already done a little journey so we had to organise a transport. Lucky enough Father Denis offered us a ride and Martin decided to take the Motorbike to bring the bike back.

In dem kleinen Ort Nyamahwe angekommen, wartete schon das ganze Dorf auf uns; solch ein Ereignis lassen sich die Leute natürlich nicht entgehen. Beim Dorfvorsitzenden durfte ich dann nochmal den Tatvorgang erzählen, bestätigen, dass das geklaute Fahrrad meines ist und mich artig bedanken. Zum Glück hatte ich meine Begleitung dabei, da die Leute dort kein Englisch konnten und außerdem ist es anscheinend üblich, denjenigen, die das fahrrad gefunden hatten eine Art „Aufwandsentschädigung“ zu geben. Glücklich das Fahrrad wieder zu haben, schlitterten wir nach Hause, es hatte inzwischen geregnet und die unasphaltierte Straße war teilweise trotz 4Radantrieb sehr rutschig. Den Dieb hatten wir auch noch mit im Gepäck, da die Polizei in Rulenge darauf bestand, ihn bei sich zu vernehmen. In Rulenge teilte mir die Polizei dann noch mit, dass am Montag erster Gerichtstermin sei. Ein wenig verwundert über diesen bürokratischen Verlauf ging ich nach Hause und ins Bett.

When we arrived at the small village Nyamahwe all of them were waiting for us; such an event doesnt comes very often. I had to report the event again infront of the head of the village in his office and to tell him that it was really my bike.It was good that I had my people with me because the people there don’t speak english and my kiswahili is still very poor. They also figuered out that it seems to be normal to give some little thank you to the ones who found the bike. Happy to have the bike back we slided hoe, in between it was raining and the gravel road became a mud road. the thief was also in the backseat because the police in Rulenge wanted to have him with them. There they told me that I should come on Monday to the court. I was a little bit surprised by all of this official behaviour…

Am Montag ging es dann tatsächlich vors Gericht. Dafür gibt es ein eigenes Gebäude in Rulenge, welches ich noch nie davor beachtet hatte. Der erste Gerichtstag verlief relativ unspektakulär; ich durfte die Geschichte noch ein mal erzählen, der Angeklagte sollte seine Version erzählen, was ich aber nicht wirklich verstand, da ich leider immer noch nicht gut genug Kiswahili versteh. Die Richterin meinte nur, dass sie mir schon sagen würde, wenn etwas wichtiges passieren würde. Das Wichtige war dann die Befragung nach einem Zeugen, ich dachte mir nichts böses und nannte den Direktor der Grundschule. Da dieser nicht anwesend war, wurde ein nächster Verhandlungstermin anberaumt, zu dem mein Zeuge und ein Dolmetscher für mich kommen sollte. Leider konnte der Direktor an dem Tag nicht, aber immer noch davon überzeugt, dass in diesem Land alles etwas entspannter läuft, kam ich mit Martin als Übersetzer und Zeugen, da er auch alles mitbekommen hatte. Es stellte sich aber heraus, dass dies nicht geht, als Übersetzer und Zeuge in einem zu fungieren, also wurde ein nächster Termin einen Tag darauf angesetzt. Diesmal vollzählig, dachte ich, dies ist der letzte Termin, jedoch plagten den Verdächtigen große Kopfschmerzen und so konnte dieser meinen Zeugen nicht befragen. Also wurde ein nächster Termin für den morgigen Freitag, 20.5.11 angesetzt. Solange muss der vermeintliche Dieb in das Gefängnis nach Ngara, da in Rulenge die verhafteten nicht länger als eine Woche bleiben dürfen. Laut Martin ist wohl die Taktik, dass mein Widersacher sich Hilfe im Gefängnis holt und sich von andere Inhaftierten Informationen beschafft, wie er sich am besten aus der Affäre ziehen kann.

On Monday I really had to go to court. There is a special building I never noticed before. It was very unspectacular; I told once again the story, and the accused should tell his version which I didn“t really understood (he spoke in Kiswahili). The judge told me she would tell me if there is something important. The important was the question if I had a witness, so I told her about the head of the primary school. Next time I should bring him and a translator. Unfortunately the teacher couldn’t come that day so I thought I can come with Martin who also knew the whole story as a witness and translator in one. Wrong, we are very official here, so he can’t be two in one. Well we had to find another day, we found it met, but unforunately now the accused was sick so  he felt that he couldn’t answer the questions I would ask him. We had to find another day, but because he was brought to Ngara Prison they couldn’t somehow arrange a transport for him on that day…

Ich bin gespannt wie die Geschichte ausgeht, ich werde Euch davon berichten.

To be continued… I am very curious how the story will end.

Liebe Grüße

Euer Rupert

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Published in: on Mai 19, 2011 at 8:07 am  Comments (5)