Die nächste Generation

Hallo Ihr Lieben!

Es is lange her, dass ich etwas in diesem Blog geschrieben habe. Jetzt ist es aber wieder an der Zeit etwas zu posten.

Die nächsten Freiwilligen sind inzwischen in Tansania angekommen. Wer sich weiterhin für Rulenge und Tansania interessiert empfehle ich den Blog von Theresa und den anderen Freiwilligen, besonders von Annika, da diese jetzt in „Meinem “ Projekt bei CBR arbeitet.. Ich habe die Links eingefügt unter der Kategorie: Links –> die nächste Generation.

Für mich ist es sehr spannend zu verfolgen wie es weitergeht.

Für alle die auf Fotos warten muss ich leider immernoch auf später vertrösten, da ich noch nicht dazu gekommen bin mir die Bilder zu holen…

Liebe Grüße

Euer Rupert

Advertisements
Published in: on Oktober 10, 2011 at 9:08 am  Schreibe einen Kommentar  

Wieder Daheim! Home again!

So, seit ein paar Stunden bin ich wieder Daheim und es war wunderschön meine Familie samt Nachwuchs zu sehen! Später die kleine Feier am See war auch wunderschön! Danke an Euch alle!!!

Weitere Berichte folgen, sobald ich ein bisschen mehr Ruhe hab!

Euer Rupert

Published in: on Juli 29, 2011 at 10:45 pm  Schreibe einen Kommentar  

Time to say Good-Bye

Liebe Blogleser,

die letzte Woche ist angebrochen und es heißt „Auf Wiedersehen“ sagen. Das ist ganz schön stressig, da wir inzwischen wirklich viele Leute in Rulenge kennen und jeder möchte natürlich ordentlich verabschiedet werden. Für unsere besten Freunde haben wir ein kleines Fest organisiert, mit gegrilltem und frittierten Schaf, Bier und Soda. Dabei durften wir auch wieder erleben, dass so eine Feier in Tansania immer einen leicht offiziellen Charakter haben muss. Wir wollten eigentlich nur normal zusammensitzen, ratschen und „Kwa heri“ sagen. Als wir dann alle zusammen waren hat mir Martin ins Ohr geflüstert, dass er von den Gästen zum Zeremonienmeister erkoren wurde und er sich um den Ablauf des Abends kümmern sollte. D.h. es wurden viele Dankesreden geschwungen, von nahezu allen Gästen und von uns. Dann gab es zu unserer Überraschung sogar noch ein kleines Geschenk. Ein gelungenes tansanisches Abschiedsfest!

Nebenbei hatten wir auch noch Revocatus und Shedrack zu Besuch in unserem Haus.  Mit ihnen haben wir dann zusammen gekocht, gespielt, geratscht und Rulenge besucht. Eine kleine Anekdote von dem Besuch soll noch erzählt sein: Als Shedrack ankam, war er natürlich von der Busfahrt ziemlich müde und staubig (es hat schon seit langem nicht mehr geregnet und die Straßen haben langsam eine Zentimeter hohe Staubschicht). Also bot ich ihm an, sich zu Duschen. Mehr zum Spaß hab ich ihn gefragt, ob er vielleicht einen Eimer zum Waschen bevorzugt. Nach kurzem Überlegen sagt er tatsächlich zu mir, er würde dies bevorzugen. Für uns kaum vorstellbar, dass man lieber mit dem Eimer duscht, als mit einer Dusche (ich freu mich schon so auf eine richtige warme Dusche!!).

Von ein paar Fathern haben wir uns mit einem bayrischen Essen verabschiedet, Schweinsbraten mit Biersoße und Spätzle! In der Schule gab es vom Headmaster auch noch ein Abschiedsessen auf tansanische Art. Ein letztes Mal Volleyball mit den Schülern, Mr. Muhindi in die Geheimnisse des Internets einführen, sich von den Schülern und Lehrern verabschieden und dann ging es runter nach Rulenge. Ein komisches Gefühl, wenn man weiß, dass man die Leute und Gebäude vermutlich für eine lange Zeit nicht mehr sieht.

Am Montag fahren Teresa und ich nach Mwanza und dann am Donnerstag mit dem Flugzeug nach Nairobi, um dort die ganze Nacht auf den Verbindungsflug nach Kairo zu warten. Von Kairo nach München, so dass wir um 14.55 Uhr in München ankommen werden.

Wer jetzt denkt, dass wars mit dem Blog, denkt falsch. Wie ihr vielleicht gemerkt habt, habe ich in letzter Zeit nicht viele Bilder hoch geladen (eher gar keine), das werde ich versuchen in Deutschland nachzuholen, auch fehlen noch die englischen Übersetzungen. Vermutlich werde ich auch noch berichten, wie es mir denn wieder in Deutschland geht und ob ich den Kulturschock gut überstehen werde. Ich hoffe Ihr bleibt dem Blog treu und besucht ihn auch noch nach meiner Rückkehr.

Jetzt geht es noch ein letztes Mal auf den Markt in Rulenge, Chai ya Maziwa na Chapati essen, vielen Leuten „Auf Wiedersehen“ sagen und zuletzt noch Packen.

Hier schon einmal ein großes Dankeschön an alle, die meine Zeit in Tansania über das ganze Jahr verfolgt haben. Es hat mich immer sehr gefreut, wenn ich gesehen habe, dass es viele „Clicks“ gab, wenn ein Neuer Artikel veröffentlicht wurde! Ich freue mich Euch alle in Deutschland wiederzusehen und Euch dann noch mehr Geschichten erzählen zu können.

Bis bald in Deutschland!

Euer Rupert

Published in: on Juli 23, 2011 at 5:39 am  Schreibe einen Kommentar  

Reisebericht Juli die 2.

So, hier kommt der zweite Teil!

Nach diesen sehr eindrucksvollen 4 Tagen ging die Reise also weiter nach Mwanza. Wir wurden von der Chairperson des Dorfes und einem Bruder von Shedrack zur „großen“ Straße gefahren, an der der Bus nach Mwanza vorbeikam. Der erste Bus fuhr an uns noch vorbei, den nächsten konnten wir dann aber zum Glück anhalten, hatten relativ bequeme Sitze und konnten gemütlich weiterfahren. Nur eine Sache ist manchmal nicht ganz so angenehm, hier gibt es sogenannte „Speed Bumps“ die in die Straße eingebaut sind, damit man nicht zu schnell durch die Dörfer rast. Leider ließ sich unser Busfahrer davon nicht einschüchtern und nahm einige mit überhöhter Geschwindigkeit, was zur Folge hatte, dass wir jedes Mal aus unseren Sitzen geschleudert wurden und fast das Dach mit unseren Köpfen berührten. In Mwanza angekommen, haben wir erst einmal noch einen anderen Bruder von Shedrack getroffen, der dort Unterricht an einer Schule gibt, solange er auf das neue Studiensemester wartet. Jetzt habe ich auch noch etwas anderes erfahren: Die meisten Schüler genießen nicht wie wir die Ferien mit möglichst viel Freizeit, Freunde treffen oder Reisen, sondern verbringen die Zeit mit lernen. Ja tatsächlich, viel gehen sogar in eine Ferienschule um den Stoff zu vertiefen, oder schon vorzuarbeiten. Shedrack hatte dazu seinen Bruder der ihm in einigen Fächern Nachhilfe gab.

Nach diesem Treffen ging es weiter zu Trine, eine Norwegerin die in Mwanza bei der Blood Bank arbeitete und nebenbei noch andere soziale Projekte auf die Beine stellte. Dank ihr habe ich auch den wohl schönsten Platz in Mwanza gefunden, er heißt Jiwe Kuu und ist ein rießiger Fels, direkt überhalb des Victoria Sees und ermöglicht einem einen wunderbaren Sonnenuntergang. Auf diesem ausgewaschen Felsen, befinden sich noch weiter kleine Felsen, die Kugelrund sind, wohl durch die Verwitterung so geformt, ein wirklich beeindruckendes Bild (Ich hoffe ich kann euch noch Bilder davon zeigen). Natürlich konnte ich bei diesen Felsen nicht widerstehen und bin ein wenig rumgeklettert. Nach ein paar Tagen in Mwanza ging die Reise weiter nach Bukoba. Dazu benutzte ich nicht den Bus, sondern das Schiff Victoria. Dieses fährt zwei Mal die Woche nach Bukoba, es verlässt Mwanza am Abend um 21 Uhr und kommt am nächsten Tag um ca. 5 Uhr morgens an. Wenn man ein Ticket für die erste oder zweite Klasse ergattert, hat man die Möglichkeit in einer Kajüte zu schlafen, die dritte Klasse hat nur Sitzplätze. Ich gönnte mir die zweite Klasse, blieb aber einige Zeit wach, um die Überfahrt mit diesem Schiff zu erleben. Für ihr Alter war die Fahrt sehr gemütlich und komfortabel, man kann viele Sterne sehen und laut einer Freundin auch viele Lichter auf dem See (die Fischer die mit Hilfe von Lampen die Fische anlocken) sehen. Leider habe ich davon nur sehr wenige gesehen, ich vermute mal, das lag am Vollmond, der so hell schien, dass der Effekt der Lampen zunichte gemacht wurde. Trotzdem war es sehr spannend einmal mit einem Schiff auf dem Victoria See zu fahren.

In Bukoba angekommen, wurde ich von einer belgischen Freundin Leen (siehe Ling an der Sidebar) abgeholt, diese hab ich auch Mafia Island, auf meiner vorigen Reise kenngelernt. Zur selben Zeit hatte sie noch vier andere Gäste bei sich, mit denen wir zusammen Bukoba und die Umgebung erkunden sollten. Mit dem Motorrad ging es zum Minziro Wald, dies ist ein Wald, nahe der Grenze zu Uganda und allein die Fahrt dorthin war ein Gewinn. Mir gefällt die Landschaft so sehr, viele Felsen, weite Landschaften und vor allem viele Vögel. Wegen den Vögeln sind wir auch zu dem Wald gefahren, da es dort eine rießige Vielfalt an Vögeln gibt und diese wollten wir beobachten. Bevor wir aber die Vögel sehen konnten, wurden wir von Scharen von Schmetterlingen begrüßt, angeblich ist Minziro einer der Schmetterlingsartenreichsten Wälder von Tasnsania. Da wir leider einen kleinen Unfall noch mit dem Motorrad hatten (keine Angst, ich war dabei nicht involviert) und uns nicht so sicher waren, wo wir genau in das Dickicht eintauchen sollten, blieb uns nicht viel Zeit für lange Vogelbeobachtungen. Ein, Zwei haben wir dann aber doch gesehen, dann gings aber wieder zurück nach Bukoba. Am nächsten Tag gab Leen eine Abschiedsfeier für Freunde und Kollegen, da sie auch wieder nach Belgien zurück fliegt. Also gab es ein großes BBQ mit Ziege und Pilau. Dort traf ich auch zwei andere Deutsche, die in der Nähe in dem Krankenhaus von Ndolage ein Praktikum absolvierten. Auch einen Engländer (Matthew), der schon seit 10 Jahren in Tansania arbeitet und lebt, traf ich. Dieser nahm mich mit nach Ndolage, wo ich die nächsten Tage verbringen sollte. Mein absoluter Lieblingsort in Tansania. Er liegt direkt an einer Klippe, die geschätzte 100 Meter hoch ist, somit hat man eine Wahnsinnsaussicht auf die Umgebung, gleich nebenan gibt es zwei Wasserfälle und an den Wasserläufen kleine Urwälder. Die Felsen sind zudem hervorragend zum Klettern geeignet. Auf meinen vielen Erkundungstouren konnte ich wieder so viele Vögel (Adler, Eule, bunte Vögel die ich nicht benennen kann) und ein paar Affen beobachten, zwei wirklich wunderschöne Wasserfälle besuchen (einer davon hat ein kleines Becken in dem man schwimmen kann und sich das Wasser auf den Kopf prasseln lassen kann) und mir einen rießen Muskelkater vom vielen Klettern zuziehen. Eine wunderbare Zeit, die ich so sehr genossen habe!

Es ging weiter nach Birharamullo, wieder mit Matthew, der eine NGO organisiert, die sich Friends of the Children of Tanzania (FOCT) nennt. Um Kindern mit Behinderungen zu helfen, hat er mit Hilfe der katholischen Kirche, den Muslimen und einigen anderen, eine Mobile Clinic organisiert. D.h. er hatte einen Arzt mit im Gepäck und Father David, ein querschnittsgelähmter Priester aus Birharamullo, hat viele hilfsbedürftige Kinder und Erwachsene versammelt, die untersucht wurden, wenn nötig mit Medizin versorgt wurden und was am wichtigsten war, einen Termin bei einem Arzt für eine OP bekamen. Bei der ganzen Aktion habe ich dem Arzt assistiert, vor allem mit Medizin ausgeben. Das Beste an der ganzen Geschichte ist, dass Matthew Martin von CBR kennt und da sein Physiotherapeut absagen musste, hat er Martin gefragt, ob er ihn unterstützen könnte. Dieser hat dann Fidelis geschickt. Wäre super, wenn dadurch die Arbeit von CBR noch eine weitere Unterstützung bekommen würde. Wer weitere Infos über FOCT haben möchte, kann sich diesen Link http://www.foct.org.uk/ anschauen.

Nach diesen vielen Ereignissen hieß es dann aber tatsächlich zurück nach Rulenge. Es war wieder wunderschön, einen weiteren, neuen Einblick in Tansania zu bekommen. Ich weiß nicht, ob ich es jetzt noch einmal schaffe, einen weitern Artikel über die Geschehnisse in Rulenge zu schreiben, oder ob dieser erst verfasst wird wenn ich wieder in Deutschland bin; bis dahin sind es ja auch nur noch zwei Wochen. Am 29.7. komme ich in München an und freue mich meine Familie nach einem Jahr wieder zu sehen!

Bis bald!

Euer Rupert

Published in: on Juli 16, 2011 at 7:25 am  Comments (1)  

Reisebericht Juni 2011

Hallo Liebe Blogleser!

Wie im letzten Artikel schon angekündigt kommt nun endlich der Bericht über meine zweite Reise. Ich hoffe ihr habt genügend Ausdauer dafür, da es wirklich viel und meiner Ansicht nach auch Interessantes zu erzählen gibt. Kurz nachdem die Schule geschlossen hatte und wir unsere offizielle Verabschiedung und den Besuch bei den Kühen von Mr. Muhindi, der Secondmaster, hinter uns hatten, fuhren Teresa und ich mit dem Bus nach Runazi, um die Familien zweier Schüler, Revocatus und Shedrack, zu besuchen.

Das war wohl eines der Highlights von dem ganzen Jahr. Als wir ankamen wurden wir gleich von Revocatus und seinem Bruder abgeholt. Dieser ist Schreiner und lebt mit seiner Frau und dem ersten Kind in einem kleinen Häuschen in der „Stadt“. Für deutsche Verhältnisse unvorstellbar; das Haus besteht aus 4 Räumen, die sich 3 Familien teilen, d.h. jede Familie hat eine Zimmer, in dem geschlafen wird und ein Raum wird geteilt, in dem dann gegessen wird. Es ist wirklich sehr wenig Platz!

Nach einer Tasse Chai und Gebäck (Vitumbua), gab es eine kleine Stadtführung, bei der wir Wazungu natürlich wieder eine große Attraktion waren. Danach ging es ca. 2 bis 3 Kilometer weiter in das Nachbardorf, in dem Revocatus und seine Eltern wohnen. Dort wurden wir so herrzlich von der Mama und dem Rest der Familie begrüßt, dass wir uns sofort wohl fühlten. Ich glaube, sie haben bis zu letzt nicht daran geglaubt, dass wir sie wirklich besuchen kommen, so außergewöhnlich war dieses Ereignis. Jetzt hab ich auch wirklich gemerkt wie groß hier der Familienbund ist, den ganzen Tag über kamen immer wieder neue Leute, die uns vorgestellt wurden, als Geschwister, Cousins, oder sonst irgendwie Verwandt mit der Familie. Wir durften wieder viele Fragen über Deutschland und die Unterschiede zwischen den beiden Ländern beantworten, auch wenn manche (vor allem die Mädels) etwas schüchtern waren. Da die Familie wirklich ziemlich arm ist (Revocatus kann nur auf die Schule gehen, weil er von Deutschen finanziell unterstützt wird), gab es dann auch traditionelles tansanisches Essen, Reis, Soße, Bohnen…

Nach einer weiteren kleinen „Stadtführung“ und weiteren Gesprächen durften wir uns frisch machen für das Abendessen. Wer sich jetzt eine europäische Standartdusche vorstellt liegt falsch. Das „Bad“ ist ein runder Bretterverschlag, oder besser Ästeverschlag, der mit Steinen „gepflastert“ ist. Die Tür ist ein einfaches Tuch, dass beim betreten davor gehängt wird. Die Dusche ist eine Wanne voller Wasser, welches man sich mit einem Krug über den Körper schüttet. Erstaunlich dabei ist, wie wenig Wasser man eigentlich braucht, um sauber zu werden und wie wunderschön es ist unter dem Sternenhimmel Afrikas sich zu duschen. Dir Toilette könnt ihr euch jetzt bestimmt auch vorstellen, wie diese aussieht: ein ähnlicher Ästeverschlag mit einem tiefen Loch…

Ein weiteres Essen, bei dem man sich überfressen muss, da es unhöflich wäre, nur eine normale Portion zu essen und dann versammelte sich die ganze Familie und Freunde in dem kleinen Häuschen, um einer Geschichte der Mama zu lauschen. Wie ich zuerst dachte, nur ein Ereignis extra für uns, aber als ich nachfragte, ob sie das öfters machen, wurde mir erzählt, dass sie so etwas fast jeden Abend machen, entweder eine Art Märchen, oder eine wahre Geschichte aus den alten Zeiten, die immer eine Lehre für die Kinder sein soll, erzählen. Also saßen wir bei Kerosinlampenschein eng beieinander und die Geschichte begann, mit einem kleinen Ritual, bei dem die Zuhörer darum bitten, eine Geschichte zu hören (leider kann ich mich nicht mehr an die genauen Worte erinnern, aber ich wird noch mal nachfragen, ich fand das so schön). Die Geschichte war zu ende und ich totmüde, also wurde eine Matratze in dem einen Raum für mich und Revocatus hergerichtet und eine in dem anderen Raum, für Teresa und den Rest der Familie. Die Nacht wäre richtig angenehm gewesen, nur leider hatte Revocatus einen Traum, bei dem er sehr aktiv war und mir seinen Ellbogen in das Gesicht rammte. Zum Glück bin ich nur ziemlich erschrocken, habe aber keine bleibenden Schäden 😉

Am nächsten Morgen gab es Frühstück und dann besuchten wir einen Freund und Unterstützer von Revocatus, den er aus Freundschaft und Respekt auch Vater nennt. Dieser ist Kaufmann und seine Tochter war mit Revocatus in einer Klasse. Prompt wurden wir zu einem Essen eingeladen, wozu ein Huhn geschlachtet wurde. Fingeressen am Boden war angesagt und da wir noch immer keine Spezialisten darin sind, gab es eine kleine Sauerei auf unserer Seite. Danach ging es zurück zu den Eltern und da das vorige Essen nicht eingeplant war, gab es noch eine Kleinigkeit dort und dann mussten wir aber auch weiter mit dem Taxi zu unserem nächsten Besuch bei Shedrack. Ganz wichtig war aber noch, dass jeder ein Foto mit uns Wazungu bekam.

Die Taxifahrt war dann auch wieder mal so ein typisches tansanisches Erlebnis, nach dem Motto: „wo ein Wagen, da ein Weg“. Zunächst ging es eine normale Schotterstraße entlang, dann trafen wir Shedrack in einem Dorf und wir dachten, wir wären angekommen, aber dann stieg er auch ins Taxi in und dirigierte es einen kleinen Trampelfad, für ca. 20 Minuten lang mitten in die Pampa hinein. Ein deutscher Taxifahrer hätte uns schon längst für verrückt erklärt und uns aus dem Taxi geworfen.

Überwältigend, das war mein erster Eindruck von dem „Dorf“. Shedracks Familie lebt sehr abgeschieden, d.h. der nächste Nachbar wohnt ca. 500 Meter entfernt, ist ein sogenannter „Witchdoctor“ und in der Nacht sieht man weit und breit kein Licht außer dem Mond und dem Sternenhimmel. Den Besuch bei seiner Familie könnte man kurz so beschreiben, sehr traditionell, konservativ und nicht ganz so herzlich wie Revocatus, für mich aber trotzdem beeindruckender. Wie schon beschrieben, wohnen sie sehr abgelegen, haben ein paar Häuser für Angestellte, Gäste und für sich selbst. Die „Dusche“ ist ähnlich, hatte aber noch den Bonus eines besondern Steines, mit dem man sich sauber rubbeln konnte und die Toilette war nicht im Freien, sondern in einem kleinen Hüttchen. Es gibt auch eine Feuerstelle, die von den Männern abends dazu benutzt wird, sich zu treffen und von den Älteren Weisheiten und Vorgaben für den nächsten Tag zu erhalten. Für die Frauen gibt es dazu das Küchengebäude. Wie ihr seht, wird hier Geschlechtertrennung noch groß geschrieben, das geht sogar so weit, dass beim Essen, Männer und Frauen nicht zusammen sitzen und sich Teresa ein wenig komisch vorkam allein unter Männern. Für uns wurde extra eine Ziege geschlachtet, was eine rießen Ehre für uns ist. Wir haben auch erfahren, dass wir wohl die ersten Weißen waren, die je dieses Dorf besuchen kamen, deswegen kamen natürlich wieder alle Möglichen Bekannten und Verwandten, Dorfälteste usw., um uns zu Grüßen und einige Fragen zu stellen. Es wurde wieder viel gegessen (viel zu viel) und wir machten einen Spaziergang in der Umgebung, bei der uns die Kühe der Familie gezeigt wurden – die wir auch melken durften (nicht so einfach wie bei hochgezüchteten Milchkühen) – und die Felder auf denen Baumwolle, Kassawa, Mais etc. angebaut wird. Auf dem Weg kamen wir an vielen verschiedenen Sträuchern und Bäumen vorbei, die alle Beeren oder Früchte trugen, die wir probieren konnten (selbst Baumwolle kann man essen, bzw. den Saft davon auszuzeln). Vieles mehr ist noch passiert, aber das solls davon erst einmal gewesen sein. Es waren wirklich 3 unvergessliche Tage, bei denen ich so viel mehr von dem wirklichen Tansania gesehen habe. Nochmals vielen Dank an beide Familien. Es war uns eine Ehre, Gast bei euch gewesen zu sein.

Die Reise ging danach noch weiter, über Mwanza nach Bukoba , Ndolage und wieder zurück nach Rulenge. Aber davon mehr beim nächsten Mal!

Bilder kann ich hoffentlich auch bald hochladen, ansonsten wie immer bei Teresa auf dem Blog vorbei schaun!

Euer Rupert

P.S.: Für die Solaranlage von unserem Haus werden immer noch Sponsoren gesucht 😉

 

Published in: on Juli 9, 2011 at 9:12 am  Comments (1)  

It is Showtime!

Hallo liebe Leut!

Hi my friends!

Erst einmal moechte ich diesen Artikel schreiben, um ueber die Ereignisse der letzten Schultage zu berichten. Wer einen Blick auf Teresas Blog gewagt hat, der weiss ja schon mehr, aber auch ich moechte meine Sicht der Dinge darstellen.

Im Hinblick auf den Abschluss des Schulhalbjahres in Rulenge, konnte ich mit der Hilfe meines Freundes Dawid eine kleine Ueberraschung fuer meine Volleyballschueler vorbereiten. Dank dem Engagement von Dawid, konnte ich meinen Jungs eine DVD von einem Volleyballspiel der ersten Bundesliga der Damen und Herren zeigen. Dazu durften wir den Fernseher im Lehrerzimmer der Schule benutzen. Also kamen alle meine Schueler, setzten sich vor den Fernseher und ich lies das Video abspielen. Zuerst zeigte ich das Damenspiel, davon waren sie schon begeistert und verwundert, wie stark die Frauen denn angreifen koennen, als dann das Maennerspiel abgespielt wurde, waren sie noch begeisterter.

First I want to write about the last days of school. With the help of my friend Dawid from Krailling/Munich I could arrange a little surprise for my Volleyball students. He sent me a DVD with two games of the German Volleyball Bundesliga of women and men.I was allowed to use the staff room of the school to show it to the students. Therefor all came to sit in front of the TV an I first showed the womens match witch was already very surprising to them how hard they can attac and how precise they are playing. When it came to the match of the men they were even more surprised.

Natuerlich war es auch voellig neu fuer sie eine riesige Halle zu sehen, in der Sport getrieben wird – hier spielt sich Sport eigentlich nur im Freien ab. Als kleine Zugabe hab ich in der Frueh auch noch Brot gebacken, dass ich ihnen als kleine Staerkung zwischen durch gab.

It was totally new to the to see people playing in a huge gym Volleyball – sport usually takes place outdoor in Tanzania. As a small extraI baked some bread in the morning to give them while watching the matches.

Neben meinem Volleyballprojekt hatte Teresa ihr Theaterprojekt, bei dem ich auch ein wenig mitgeholfen habe. Bei diesem Projekt stellte sich zunächst heraus, dass es gar nicht so einfach ist, den Schülern etwas völlig Neues beizubringen – in ihrem ganzen Leben haben die Schüler und wohl auch die meisten Lehrer noch nie ein Theater gesehen, geschweige denn selber gespielt. Nach vielen anfänglichen Schwierigkeiten gab es doch eine kleine Gruppe von Schülern die sich auf das Projekt Schultheater einließen.

Besides the project of  Volleyball Teresa started a Drama Club, where I assisted her. First challange was to teach and show them a totally new thing – in their whole life all of the students and possibly most of the teachers have never seen a drama or theater. After many challenges we had a small group of students who wanted to try that project.

Mit viel Engagement und Zeitaufwand von Teresa, mir und den Schuelern entstand so langsam ein Gesamtbild. Wobei, langsam ist das falsche Wort, in nur knapp 3 Monaten musste das Stueck stehen und dazwischen waren auch noch Pruefungen, während denen die Schueler keine Zeit fuer das Theater hatten. Die Auffuehrung abzublasen war aber auch keine Alternative, da sich alle schon sehr darauf freuten (Teresa und ich waren zwar ein wenig skeptisch, wollten das Projekt aber trotzdem abschliessen). Deswegen hiess es in der Woche vor der Auffuehrung noch einmal voll durchpowern, jeden Tag mehrere Stunden proben und alles fuer die Show vorbereiten (Kostueme, Musikanlage, Handzettel, etc.).

With a lot of energy and time used by Teresa, me and the students we could slowly create the drama. Actually slowly is the wrong word, we only had around 3 months to finish the drama and in between they had some examinations. To cancel the show was not possible because everyone was curious and was looking forward to show it to the other students (Teresa and me had some doubts if we could really succed but we also wanted to complete the project). Therefore we had to give all our energy in the last week before the performance, everyday we were practising for many hoursand preparing everything for the show (costume, sound system, handout, etc.).

Die Auffuehrung fand dann am letzten Sonntag vor der Schulschliessung statt, alle waren sehr aufgeregt und gespannt. Dann fiel der Vorhang oder besser gesagt die Showtuer ging auf und alles lief super ab! Keiner vergas seinen Text, also war ich als Soufleur arbeitslos (als Ausgleich durfte ich die Musik abspielen), die Lehrer und Schueler hielten die knappe Stunde in der Sonne durch und waren sehr interessiert und begeistert von dem Stueck. Als alles vorbei war, gab es Applaus und viele Lobeshymnen auf das Dargestellte. Es hat sich wirklich gelohnt, das ganze durchzuziehen. Ein Dickes Lob an Teresa fuer die viele Arbeit die sie da reingesteckt hat!!

The show was on the last Sunday before closing of the school for holidays, everyone was excited and curious. The curtain fell or we opend the door for the show and everything went well! Nobody forgot the text so I was workless as prompter (so I was working on the soundsystem), the teachers and students were watching it for an hour in the sun and were very interested and thrilled of the play. When it was over their was cheering and many congratulations to the actors. It was really worth it to do it! Big credits to Teresa for all her work she did!!

Als letztes in diesem Artikel möchte ich von unserer offiziellen Abschiedsfeier berichten. Father Denis hat diese fuer uns organisiert (mit kräftiger Hilfe von seinen Priesteranwärtern, die er hier betreut). Dazu wurden all unsere Betreuer von der Schule, CBR und dem Waisenhaus in das wunderschön geschmückte Haus von Father Denis eingeladen. Ich hoffe ich kann Euch bald auch ein Bild davon zeigen, das ist schon sehr interessant, wie sich da so die Geschmäcker zwischen den Kulturen unterscheiden…

Finally I want to tell you about our official farewell party. Father Denis organised it together with his students. All of our mentors from the school, CBR and the orphanage where invited to the very nice decorated house of Father Denis. i hope I can show you a picture of it, it is very interesting to see how different the tastes are…

Nun gut, die Deko war das eine, dann gab es natürlich noch musikalische Untermalung des Ganzen, dies ist hier traditionell Kirchenmusik, mit einem kurzen Intermezzo eines von uns einstudierten Liedes mit Gitarrenbegleitung und ein selbst gedichtetes Lied der Priesteranwärter. Wie gesagt über Geschmack lässt sich nicht streiten…

Well the decoration was one thing, then there was music, which is usually church music, then a small performance of a song selfmade by the students  and we also were singing and playing a song on the guitar.

Besonders lieb war der extra fuer uns gebackenen Kuchen und die vielen lieben Reden (leider haben wir nicht ganz so viel verstanden, da sie meist auf Kiswahili vorgetragen wurden, aber den Kontext verstehen wir dann doch). Essen und Trinken gabs natuerlich auch und Zeit sich von unseren Wegbegleitern zu verabschieden.

Very nice was the cake specially prepared for us and the many nice speeches (unfortunately we couldnt’t understand too much because most of them were in Kiswahili but we could understand the context). Drinks and food were there as well and we had some time to say good bye to our fellows here in Rulenge.

Jetzt fragt sich Mancher: der Rupert kommt doch erst in nem guten Monat nach Hause, wieso verabschiedet sich der denn jetzt schon. Gut gefragt; und hier kommt die Antwort: Da Teresa und ich die Schulferien nochmal zum Reisen nutzten und danach die anderen Freiwilligen auch noch mal Urlaub machen, war dies der beste Zeitpunkt, um sich offiziell von Allen zu verabschieden. Für mich gibt es dann noch einmal kurz vor dem Heimflug Zeit  Tränen zu vergießen.

You maybe wonder why we were saying good bye so early. Here is the reason behind: Teresa and I are using the time of the school holidays for travelling and later on the other ones will travel so it was the best time where we were still all together.

Liebe Grüße und freut Euch auf die bald folgenden Reiseberichte! Es war so interessant und schön!!

Many Greetings and soon will come the translation of the other articles!

Euer Rupert

Published in: on Juni 5, 2011 at 7:16 pm  Schreibe einen Kommentar  

1,2, Polizei…

Hallo liebe Blogleser,

Hello my friends,

um noch mehr über das Leben in Rulenge zu erfahren, habe ich mir am Samstag, dem Markttag mein Fahrrad klauen lassen…

to get to know more about the life of Rulenge I let steel my bycicle on a Saturday, the marketday…

Alles begann ganz harmlos, ich fuhr wie jeden Samstag mit dem Fahrrad zum Markt um Fleisch beim Metzger zu kaufen. Das sieht ein wenig anders aus, als bei uns in Deutschland: Für das Schweinefleisch gibt es einen extra Bereich, der unterhalb des Marktes gelegen ist. Das sind ein paar kleine Lehmhütten vor denen die Metzger arbeiten. Das Fleisch total hygienisch in Eimern aufbewahrt und wenn man etwas will wird das ganze Bein genommen und mit einer Machete das gewünschte Stück Fleisch raus geschnitten. Es dauerte ein wenig, bis ich mich richtig verständigen konnte, doch inzwischen zerhackt mein Metzger das Fleisch nicht mehr und ich bekomme immer sehr gute Stücke.

It began all very unspectacular, I went with the bike to the market where I first bought some meat at the butcher. This looks a little bit diffrent from what we are used at home: For pork meat there is a special area down of the normal market. They have their shops in small huts, in front of them the bucher is working. The meat is in buckets and if you want to buy some, he takes the whole leg and cuts the peace of meat out you want. It took me some time to explain him, what I want, but after a while he stopped hacking the meat and cuts me out nice peaces!

Danach ging ich weiter zum Gemüse- und Obsteinkauf. Dort hab ich das Fahrrad abgestellt, wie immer ohne abzusperren, da ich mir dachte, es ist ja schon recht auffällig, wenn jemand anderes das Fahrrad des Mzungu nehmen würde. Also, Zwiebeln, Tomten, Paprika, Guave, Karotten eingekauft und zurück zum Fahrrad, doch was ist da los, es ist einfach nicht mehr da…

After that I went on to buy some vegetables and fruits. I parked my bycile close to the onions stand. I didn’t lock it because I thought noone can steel the bike of the mzungu, this would be to obvious. So I went to buy, opnions, tomatos, paprika, guave, carots, went back to the place I parked the bike, and… it was gone…

Und jetzt geht die Geschichte erst richtig los: Zum Glück war der Manager der Fußballmannschaft und Grundschulrektor auch auf dem Markt, dem erzählte ich, dass mein Fahrrad verschwunden war. Da er mich sehr gut kennt, hat er mir sofort geholfen, das Fahrrad zu suchen, aber als erstes wurden alle möglichen Leute in der Umgebung per Handy verständigt, dass mein Gefährt gestohlen wurde. Innerhalb von einer halben Stunde wusste ganz Rulenge und die Umgebung von dem Ereignis.

And now the story just begins: I was lucky and the manger of the footballteam and head of the primary school was around whom I could tell what happened. As he knows me very well he helped me immediately. First calling so many people from Rulenge and the surroundings, so after half an hour everyone knew, the bike of me was stolen.

Nachdem wir keinen Erfolg auf der Suche hatten, beschloss ich mit Martin zur Polizei zu gehen und eine Anzeige aufzugeben. Das war mein erster Besuch bei der Polizei und war erstaunt wie ähnlich zu Deutschland die Prozedur ablief. Personalien wurden aufgenommen, der Tatvorgang festgehalten und dann wurde mir gesagt, sobald sie etwas wüssten, würden sie mir Bescheid geben. Einziger Unterschied war, dass nicht mit dem 2 Fingersuchsystem auf der Schreibmaschine alles aufgeschrieben wurde, sondern ganz einfach mit dem Kugelschreiber auf ein Blatt Papier.

As we couldn’t find it on the market Martin and I decided to go to the police to report the incident. This was my first visit at the policestation and I was surprised how similar the procedere was to the one of the german police. The took my details, I reported what happened and then they told me they would call me as soon as they know more. Only difference was that they didn’t wrote it down with the two finger searching system on a writing machine, they used paper and pen…

Da ich mich eigentlich schon damit abgefunden hatte, dass ich das Fahrrad nie wieder sehen würde, dachte ich mir, kann ich mir genauso gut das eben gekaufte Essen zubereiten und genießen. Also schnelle ein paar Schnitzel gezaubert und ab in den Magen. Der Tag verlief dann wie jeder normale Samstag, viel Buch lesen, und den Tag genießen, doch um 16.30 Uhr, als ich mich eigentlich schon auf den Weg zum fast täglichen Sport machen wollte, kommt ein Anruf von dem Grundschullehrer, dass das Fahrrad gefunden wurde. Damit hatte ich nicht gerechnet und schon gar nicht in so kurzer Zeit. Noch ein wenig ungläubig traf ich mich wieder am Markt. Da das Fahrrad schon eine gutes Stück Reise hinter sich hatte musste noch der Transport organisiert werden, aber zum Glück bot Father Denis an, uns mit seinem Auto hinzufahren und Martin sollte das Fahrrad auf dem Motorrad dann mitnehmen.

I already thought i will never get back my bike so I diceded to go home and cook the food I just bought. So made some Schnitzel and down into my stomach. The saturday went on as normal, much reding and enjoying the day. But at 4.30 p.m. when I alredy wanted to leave for the normal sports I received a call from the primary school teacher that they found the bike. I was really surprised they found it and in such a short time! I went back to he market still wondering if it was true. The bike had already done a little journey so we had to organise a transport. Lucky enough Father Denis offered us a ride and Martin decided to take the Motorbike to bring the bike back.

In dem kleinen Ort Nyamahwe angekommen, wartete schon das ganze Dorf auf uns; solch ein Ereignis lassen sich die Leute natürlich nicht entgehen. Beim Dorfvorsitzenden durfte ich dann nochmal den Tatvorgang erzählen, bestätigen, dass das geklaute Fahrrad meines ist und mich artig bedanken. Zum Glück hatte ich meine Begleitung dabei, da die Leute dort kein Englisch konnten und außerdem ist es anscheinend üblich, denjenigen, die das fahrrad gefunden hatten eine Art „Aufwandsentschädigung“ zu geben. Glücklich das Fahrrad wieder zu haben, schlitterten wir nach Hause, es hatte inzwischen geregnet und die unasphaltierte Straße war teilweise trotz 4Radantrieb sehr rutschig. Den Dieb hatten wir auch noch mit im Gepäck, da die Polizei in Rulenge darauf bestand, ihn bei sich zu vernehmen. In Rulenge teilte mir die Polizei dann noch mit, dass am Montag erster Gerichtstermin sei. Ein wenig verwundert über diesen bürokratischen Verlauf ging ich nach Hause und ins Bett.

When we arrived at the small village Nyamahwe all of them were waiting for us; such an event doesnt comes very often. I had to report the event again infront of the head of the village in his office and to tell him that it was really my bike.It was good that I had my people with me because the people there don’t speak english and my kiswahili is still very poor. They also figuered out that it seems to be normal to give some little thank you to the ones who found the bike. Happy to have the bike back we slided hoe, in between it was raining and the gravel road became a mud road. the thief was also in the backseat because the police in Rulenge wanted to have him with them. There they told me that I should come on Monday to the court. I was a little bit surprised by all of this official behaviour…

Am Montag ging es dann tatsächlich vors Gericht. Dafür gibt es ein eigenes Gebäude in Rulenge, welches ich noch nie davor beachtet hatte. Der erste Gerichtstag verlief relativ unspektakulär; ich durfte die Geschichte noch ein mal erzählen, der Angeklagte sollte seine Version erzählen, was ich aber nicht wirklich verstand, da ich leider immer noch nicht gut genug Kiswahili versteh. Die Richterin meinte nur, dass sie mir schon sagen würde, wenn etwas wichtiges passieren würde. Das Wichtige war dann die Befragung nach einem Zeugen, ich dachte mir nichts böses und nannte den Direktor der Grundschule. Da dieser nicht anwesend war, wurde ein nächster Verhandlungstermin anberaumt, zu dem mein Zeuge und ein Dolmetscher für mich kommen sollte. Leider konnte der Direktor an dem Tag nicht, aber immer noch davon überzeugt, dass in diesem Land alles etwas entspannter läuft, kam ich mit Martin als Übersetzer und Zeugen, da er auch alles mitbekommen hatte. Es stellte sich aber heraus, dass dies nicht geht, als Übersetzer und Zeuge in einem zu fungieren, also wurde ein nächster Termin einen Tag darauf angesetzt. Diesmal vollzählig, dachte ich, dies ist der letzte Termin, jedoch plagten den Verdächtigen große Kopfschmerzen und so konnte dieser meinen Zeugen nicht befragen. Also wurde ein nächster Termin für den morgigen Freitag, 20.5.11 angesetzt. Solange muss der vermeintliche Dieb in das Gefängnis nach Ngara, da in Rulenge die verhafteten nicht länger als eine Woche bleiben dürfen. Laut Martin ist wohl die Taktik, dass mein Widersacher sich Hilfe im Gefängnis holt und sich von andere Inhaftierten Informationen beschafft, wie er sich am besten aus der Affäre ziehen kann.

On Monday I really had to go to court. There is a special building I never noticed before. It was very unspectacular; I told once again the story, and the accused should tell his version which I didn“t really understood (he spoke in Kiswahili). The judge told me she would tell me if there is something important. The important was the question if I had a witness, so I told her about the head of the primary school. Next time I should bring him and a translator. Unfortunately the teacher couldn’t come that day so I thought I can come with Martin who also knew the whole story as a witness and translator in one. Wrong, we are very official here, so he can’t be two in one. Well we had to find another day, we found it met, but unforunately now the accused was sick so  he felt that he couldn’t answer the questions I would ask him. We had to find another day, but because he was brought to Ngara Prison they couldn’t somehow arrange a transport for him on that day…

Ich bin gespannt wie die Geschichte ausgeht, ich werde Euch davon berichten.

To be continued… I am very curious how the story will end.

Liebe Grüße

Euer Rupert

Published in: on Mai 19, 2011 at 8:07 am  Comments (5)  

Voll aufs Auge!

Hallo allerseits,

diesmal wenig Text, aber viele Bilder. Da ich in letzter Zeit auch wegen Ermangelung einer Kamera keine Fotos hatte, habe ich jetzt dank Teresa endlich wieder ein paar Bilder zum reinstellen. Ich habe sie ziemlich verkleinert, damit ich mehrere Hochladen kann. Trotzdem hoffe ich, Ihr könnt Euch nun auch ein besseres Bild von der Umgebung von meiner „Heimat“ machen.

Hi to everyone,

this time not much Text but a lot of pictures. Thanks to Teresa I can put some in here!

Jetzt auch noch ein paar Erklärungen zu den Bildern:

Die Bilder von „Tasse Tee“ bis „Rulenge vs. Burundi“ sind alle von dem Ausflug nach Burundi mit der Fußballmannschaft und vielen Rulngern. Die Tasse Tee haben wir bei einer Mama eingenommen, da wir noch ein wenig auf die Abfahrt warten mussten. Mit „Waiting“ ging es dann auch an der „Hauptstrasse“ Rulenges weiter. Als wir dann in die Transportmittel gezwängt waren, ging die fahrt los, mit kurzer Pause, bei der Ihr mich mit Martin, einem CBR Mitarbeiter und gutem Freund, sehen könnt. In Burundi angekommen ging es nach Begrüßung und Essem weiter mit der sportlichen Aktivität. Eine unglaubliche Atmosphäre mit ca. 3000 Zuschauern.

Ab „Hit the Road“ bis „Fieldwork mit CBR“ gibt es Bilder zu meiner neuen Arbeit mit CBR (Community Based Rehabilitation) einem Zweig von Caritas. Ihr könnt sehen wie die Wege zu den Dörfern aussehen, sehr einfache ungeteerte Straßen, bzw. Trampelpfade, wie die Behausungen der einfachen Bevölkerung aussehen, die normale Kleidung der Frauen (Kangas und Kitnege) bewundern, mich und meinen „Chef“ Fidelis vor Dorfhäiusern betrachten und die Patienten und uns bei der „Behandlung“ sehen.

Die nächsten vier Bilder sind bei dem Dankeschönessen für drei Schüler entstanden, die Teresa einige traditionelle Sachen geschenkt haben und Ihr auch viel über Bräuche und Riten erzählt haben und auch einen Tanz vorgeführt haben. Wir revanchierten uns auf die bayrische Art mit einem Schweinsbraten mit Biersoße und Spätzle. Ihnen hat es sehr gut geschmeckt und das anschließende Gitarrenspielen war auch sehr lustig.

Die restlichen Bilder sollen Euch einfach mal einen Eindruck der Umgebung vermitteln, wie der Weg zur Schule aussieht, wie die Natur unseren Alltag versüßt, wie die Arbeitsplätze der Menschen hier aussehen, was für tolle Wolkengebilde es hier gerade zur Regenzeit gibt und der größte Fluß auf dem Weg von Rulenge nach Ngara so aussieht.

Wer mehr wissen will, schreibt mir einen Kommentar oder besucht mich in 3 Monaten in München 😉

Euer Rupert

Published in: on April 23, 2011 at 5:37 pm  Comments (8)  

kurze Vorschau auf den Folgenden Artikel

Hallo,

so für alle die es nicht erwarten können, dass es mal wieder etwas neues von mir gibt, hier ein kleines Bild von meinem letzten Ausflug mit CBR. Am Donnerstag 21.4.  gibt es auch wieder einen Artikel in dem Münchner Merkur.

Spiegel

Auf dem Motorrad auf Fieldwork

Liebe Grüße aus Rulenge

Published in: on April 17, 2011 at 7:27 am  Schreibe einen Kommentar  

Changes

Hallo meine treuen und auch neuen Blogleser!

Wie die Überschrift schon sagt, gab es einige Änderungen in dem letzen Monat, seid wir wieder zurück in Rulenge sind. Da wir ehrlich gesagt mit der Arbeit in der Schule nicht wirklich ausgelastet waren, haben wir schon die ganze Zeit nach alternativen gesucht, um mehr aus der Zeit zu machen, die uns hier in Tansania zur Verfügung steht. Wie Ihr ja schon gelesen habt, bin ich z.B. öfters mal in den kleinen Ort Murugaragara gegangen, um dort die Arbeit von Bruder Lorenzo zu sehen. Auch der Kontakt zu den Mitarbeitern von Caritas ist immer enger geworden und wir waren, wie auch schon beschrieben auf Dorfbesuch mit dabei. Dieses Betätigungsfeld hat sich jetzt dank der gute Kooperation mit Andrea, unserer „Chefin“, noch mehr verstärkt und ich kann jetzt immer donnerstags und freitags mit CBR zusammen Arbeiten. Am Donnerstag geht es meist mit dem Motorrad in ein Dorf, um dort den behinderten Menschen zu helfen und am Freitag kommen die Patienten, die in der nähe Rulenges wohnen zum „Klinikbesuch“. Wir hoffen, dass wir dabei gegenseitig viel lernen können. Es stellt sich doch immer wieder heraus, das es toll ist, wenn man unsere verschiedenen, Kenntnisse kombiniert. Nebeinbei bin ich immer noch weiter sehr aktiv mit der Volleyballmannschaft der Schule. 2 mal die Woche ist Training und auch während der normalen Sportzeit spielen und lernen sie viel neues und verbessern sich stark. Erst gestern habe ich, wie hier üblich, einen „Monthly Test“ in den Volleyballtechniken abgehalten. Die Ergebnisse sind natürlich streng geheim 😉 Im Moment versuche ich auch noch ein Video von einem Volleyballspiel auf internationalem Niveau zu organisieren, da die Schüler und Lehrer so etwas noch nie gesehen haben. Sie sollen ja auch wissen, wo das hinführen kann, wenn sie weiter so fleißig trainieren. (Hat zufällig jemand so ein Video zu Hause, oder kennt jemanden der so etwas haben könnte? Bitte bei mir melden!!!)

As written in the headline there have been a lot of changes in the last month since we are back to Rulenge. Honestly we never been too busy working in school that is why I was always searching for other opportunities to use the time I have here sensefully. You could already read that I was going to the village Murugarargara to visit the Brothers there and see what they are doing in their project there. The contact to the workers of Caritas als grew more close and we were already on a fieldworktrip with CBR. This cooperation will be even better now, with the help of Andrea, my boss, we can now go every Thursday to a village and on Friday the patients close to Rulenge come and visit the hospital were wecan treat them. We hope that we can learn a lot from each other. To combine our knowledges which are quite different is most of the time very good. Besides that I am still training the volleyballteam of the school. Two times a week they are practising and also during normal sportstime they are playing and learn a lot and improve their techniques. I just recently did a “Monthly Test” but the results are top secret 😉 At the moment I also try to get a video of a international Volleyballmatch to show them how modern Volleyball looks like. They never seen sth like that before and they should know where their practise could lead to ( Does anyone has a Video of that at home or do you know someoneß Please let me know!!!!)

Aber auch neben/an der Parish ändert sich einiges: Gleich neben uns hat „Minesite Tanzania“ ihr Lager aufgeschlagen. Dies ist eine Firma, die die Umgebung nach Nickelvorkommen erforscht. Dazu haben sie ein Eingezäuntes Areal, auf dem viele Zelte stehen, in denen sie wohnen, provisorische Toiletten, eine Küche, zwei starke Generatoren etc., errichtet. Eine richtige Parallelwelt ist das. Und auch wir kommen in Kontakt mit dieser. Wir wurden angefragt, ob wir denn nicht ein Hygiene- und Verhaltenstraining für die Angestellten aus Rulenge geben könnten. Wir sind gerade noch dabei dies genauer zu erörtern, da dies kein einfaches Thema ist, und es sehr leicht zu falschen Auffassungen kommen könnte.

Also next to the Parish there are a lot of changes: We have a new neighbour. “Minesite Tanzania” built up a camp where Geologists from all around the world live. They are exploring the regieon for natural resources like Nickel. Therefore they built up a fenced area within tents, toilets, kitchen, two stron genarators etc. It is like a second world. And we also get in touch with it. We were asked to do a hygiene and cultural training with the workes from Rulenge. At the moment we are still evaluation how to do it because this is a very sensitve topic and there is the danger to be missunderstood.

Auch ein weiteres sportliches Highlight stand auf dem Programm: die gesamte sportliche Gemeinde Ruleneges machte sich auf den Weg nach Burundi und mit im Gepäck: 3 Wazungu. In dem Ort Muyinga in Burundi sollte ein Wettkampf in den Sportarten Fußball, Basketball und Netball ausgetragen werden. Aber erst einmal mussten wir dort ankommen. Eigentlich sind das ganze nur ca. 60-80 km Reise und man könnte theoretisch in knapp zwei Stunden angekommen sein, aber das ganze lief natürlich nicht so einwandfrei wie geplant. Die Fahrt ging schon einmal mit einer Verspätung von ungefähr zwei Stunden los. Halb Rulenge war dabei und wie genau diese Menschenmasse in einen Bus, einem Daladala (Kleinbus) und ein paar Taxen passten, ist mir bis Heute noch schleierhaft. Ich saß in dem Daladala mit weiteren 30 Leuten. Die Reise ging los und nach ca. 1 Stunde machten wir die erste Pause, wie ich vermute, damit wir gemeinsam an der Grenze ankommen. An der Grenze angekommen dachten wir, das alles schon im Vorraus geregelt worden war, aber nein, wir standen/saßen am Straßenrand und kamen uns vor wie eine Gruppe von Flüchtlingen, die nicht wissen, ob sie rein oder raus dürfen. Nachdem wir mit der freundlichen Dame im Migrationoffice geredet hatten, durften wir dann doch, da wir ja mit der Sportgruppe unterwegs waren, ohne Visa für den Tag einreisen. In Muyinga angekommen wurden wir alle erst einmal zu einem Essen eingeladen, bis es dann weiter mit den Spielen ging. WOW, das war eine Rießenüberraschung. Ich habe mir ja schon gedacht, dass einige Zuschauer dem Spektakel beiwohnen würden, aber mit dem was dort los war habe ich nicht gerechnet. Geschätzte 3000 Leute standen um das Fußballfeld, nur um dieses Spiel anzusehen. Für diesen speziellen Tag wurde eine Mannschaft aus Spielern von Rulenge und Ngara zusammengestellt, und da, wie die meisten von Euch wissen sollten,  Fußball nicht mein Spezialgebiet ist, wurde ich erst die letzten 10 Minuten eingewechselt. Natürlich war ich für die Menge das absolute Highlight. Als ich eingewechselt wurde, schrie das Publikum vor Begeisterung und jede meiner Bewegungen wurde genauesten beobachtet und kommentiert. Leider haben wir verloren, aber ehrlichgesagt, war mir das nicht so wichtig, es war ein so aufregendes Erlebnis und nach dem Schlusspfiff sind alle Kinder auf mich zugerannt und haben mich umringt, wollten meine Haare, die weiße Haut anfassen und den Mzungu grüßen. Da hätte ich fast Platzangst bekommen. Unglaublich, so was hab ich noch nie Erlebt!

Ich weiß, ich weiß, Ihr wollt natürlich jetzt alle Fotos davon sehen…Ihr habt Glück, die Silvia hatte Ihre Kamera dabei und so gibt es tatsächlich Beweisfotos von unserer Reise nach Burundi. Teresa hat auf Ihrem Blog die Bilder schon hochgeladen, deswegen werde ich fürs erste nur die Verlinkung dazu empfehlen: www.teresaintansania.wordpress.com

Another highlight was the sportevent for which we were travelling to Burundi. All the Football-, Netball- and Basketballplayer and it seemed like the the whole village met in the morning to go with one bus, one Dalladalla and some few Taxis to the “city” of Muyinga. How all the people it into these few cars is still unbelievable to me. To get there usually take around 2 hours for the distance of 60 to 80 kilometers. But well, we are in Africa and so we started with a delay of two hours, drove the first hour waited for all the other cars to arrive at the same time at the border. When we arrived there we had to wait for a long time and we felt like refugees who don’t know where to go. Actually we thought that everything was arranged in advanced… but no, that was not like that. Normally we need a visa to enter Burundi but because we were in this group they allowed us after a short discussion to enter for this day without paying. After that we could finally go on and all of the 30 people entered again the small Dalladalla with wich I was going. When we finally arrived in Muyinga they invited us first to a lunch which was really good and then we started to prepare for the matches. But what happened then I was not prepared for. As we went to the footballground there were already waiting a huge crowed. Around threethousend people, well the Rulenge people say it is 20000, but I don’t believe that. Anyway this was so unexpected. As you know I am not the best footballplayer and that is why I was only a substitution player. But for the last ten minutes is was substitued and the crowd cheered a lot. They were watching every step I did it was so awesome! Well we lost but that was not so important to me because it was so exciting to me and after the final wistle all the children ran after me to touch my hair and my white skin and to greet the Mzungu it was almost a little bit too much. Unbelivable I nevere expirience sth like that before! I know, I know you all want to see some pictures… and yo are lucky. Silvia had her camera with here and Teresa already uploaded some of them on her blog. SO go and visit her page to see them: www.teresaintansania.wordpress.com

Liebe Grüße aus dem regnerischen Rulenge

Euer

Rupert

Published in: on März 25, 2011 at 3:47 pm  Comments (2)